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STILLE BEGLEITER Ein Gedicht- und Bildband | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Das Leben ist vielleicht manchmal grau, aber nur weil ich es so wahrnehme. Schaue ich auf die einzelnen Ereignisse, Situationen und Personen, also auf meine alltäglichen Gegebenheiten, so wird das Leben plötzlich bunt. Denn jedes einzelne Geschehen hat seine eigene Farbe, wenn ich sie nur wahrnehme. Versinke ich im Alltagstrott, ist die Welt um mich herum ein graues Einerlei. Aber nur, wenn meine Wahrnehmung getrübt ist und ich nur noch den Farbenmix sehe und nicht das farbige Detail. Der Mensch ist ein geselliges Wesen. Freunde und Verwandte sind unser täglich Brot. Aber gibt es nicht auch andere Begleiter auf unserer Reise durch das Leben, die uns gerade dann stützen, wenn wir nicht mehr weiter wissen? Und zeichnen sie sich nicht gerade dadurch aus, dass sie keine klugen Ratschläge geben, von denen wir ja schon genug gehört haben, sondern einfach nur still sind? Die in diesem Büchlein vorgestellten Gedichte und Bilder wollen solche stillen Begleiter sein. Verlag Dirk Klose 7,50 Euro | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Adieu Ich sag Adieu von dieser Welt, Vom Kampf um Ruhm, um Macht und Geld. Nicht weiter werd' ich Träume hegen, Noch Wünsche oder Ziele pflegen. Die Sache hat ihr End' gefunden. Die Welt, ich hab' sie überwunden. Alles wird gut "Alles wird gut!" Sich dies zu sagen, Erfordert Mut. Den Schritt zu wagen Ins unbekannte Land, wo Sicherheit Dir fehlt. Wo jeder Tod als neuer Anfang zählt. Wie leichter ist's, statt dessen aufzugeben, Zufrieden mit bescheidnem Leben Nicht mehr zu hoffen auf ein bessres Morgen Sich lieber hinzugeben alltägl'cher Sorgen. Doch ist das Ziel nicht stets das Gleiche, Ob Alltag oder unbekannte Reiche? Am Ende kommt hier wie auch dort Der Übergang zum unbekannten Ort. Der Mensch Ist der Mensch nicht nur ein Tier? Beherrscht viel mehr von seinen Trieben, Ein Opfer seiner großen Gier, Und fähig nicht des Liebens? Hat der Mensch nicht schon versagt Auf seiner göttlichen Mission, Die er bekam doch ungefragt, Bleibt nur noch Kapitulation? Wurde er nicht maßlos überschätzt, Als man ihm Höheres zuschrieb, Entgegen dem Naturgesetz, Dass ihm nichts anderes übrig blieb: Als Mensch die Stärken auszunutzen, Die ihm Natur doch gab, Sich selbst herauszuputzen, Sich selbst genug bis in das Grab. Die Fehler anderer zu erkennen, Um sie zu besiegen, So Begierde zu entbrennen, Dem Egoismus zu obliegen. Muss der Mensch allein letztendlich Sich durchs Leben schlagen. Und sei sie auch noch so annehmlich. Aller Freundschaft sich entsagen? Mag der Mensch sich all dies fragen. Allein die Frage selber zeigt: Er kann sich nicht von ihr lossagen; Der Liebe, der er stets zuneigt. Der Tod ist die einzige Realität Der Tod ist die einzige Realität, Und es ist nie zu spät, Sie als Wahrheit zu erkennen. Und Schein alles zu nennen, Gesucht von der Majorität. Der Schein, er durchzieht das Leben, Ihm sind wir hingegeben, Der Tod erscheint nun gar so fern, Obwohl er doch der Kern Des Seins, zu dem wir alle streben. Mögen wir ihn auch verneinen, Unsterblich wir sogar erscheinen, Vermeiden können wir ihn nicht, Hindert die grösste Zuversicht, Nicht, dass wir am Ende weinen. So mag auch dieses Wissen, Wie auch, wenn wir es missen, Uns nicht am Ende trösten, Angesichts dem entblössten, Nichts, in das wir hineingerissen. Die Drei "Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen" Matthäus 18, 15-20 Was wollt ihr im Leben zusammen vollbringen? Was sucht ihr den Sinn noch in weltlichen Dingen? Wenn nicht mehr das Höchste im Dasein ihr findet, Wenn nicht mehr die Liebe, die reinste, euch bindet. Ihr suchet und suchet und findet doch nicht. Versteckt euch und leidet, verliert das Gesicht. Was wartest du noch? Folge deinem Gespür! Leg ab doch den Schein und tret vor die Tür! Da siehst du den andern, so nackt wie auch du. Der nicht mehr ertrug all den Kampf immerzu. Und ladet dann auch noch den Dritten hinein, Dann sprech ich. Ihr höret- vergisst alle Pein. Erwachen Kann ich hier und jetzt mein Feuer entfachen, wenn mutig ich lös' mich vom Altvertrautem, mich ganz aufzugeben dem Neuerbautem? Ich kann, weil ich will. Es beginnt das Erwachen. GESPRÄCH ZWEIER STERBENDER Ich gebe auf, hör auf zu hoffen. Ist es nun endlich eingetroffen, Was ich so lange schon geahnt, Und tröstend hat sich angebahnt? Die Erlösung von dem Krampfe, Dem lähmenden Lebenskampfe, Vergeblichem sturem Streben Nach Glück in diesem Leben? Ist es endlich jetzt erreicht, Das nicht mehr von mir weicht, Sondern unerbittlich niederzieht, Das Ziel, das nicht mehr flieht? Wie köstlich dieser Augenblick! An dem ich mich erquick', Den mir das Leben schenkt, Das sich zu Neige senkt. Mag auch das Ende nah sein, Und ich ein mickrig Häuflein, Schon ansatzweis' verrottet, Das jeglicher Hoffnung spottet. Auch wenn es unabwendbar, Mein Streben unvollendbar Ich will das Jetzt genießen! Und nicht in Leid zerfließen! Köstlich erscheint das Sterben, Nicht mehr als mein Verderben, Sondern als Schmerzenstillung, Fluchtort meiner Erinnrung, Die mir nur unerträglich, Quälend und einfach kläglich, Nicht mehr von mir besiegt Auf meiner Seele liegt. Ja, dorthin will ich streben, Ins Nichts mich fortbegeben. Mein Sein, es ist marod'. Wie süß ist doch der Tod. Der Tod, er lauert böse, Dass er mich von hier löse, Wo ich mich an mir freue, Die Untat nicht mehr reue. Ich schau ihm ins Gesicht, Dass er ertappt mich nicht, Wenn ich im Traume bade, Gedenk der Eskapade, Die ich als Mensch genoss, Und glücklich weit zerfloss. Es hat mir viel gegeben, Wie süß ist doch das Leben. Was Du als süß benennest, Ist das, was mich ja trennet, Der Leichtigkeit des Sein, Erdrückt mich wie ein Stein. Ich kann nur noch verzagen, Und nach Erlösung fragen Von diesem jämmerlichen Leben, Dem frucht- und sinnlos harten Streben. Es bleibt mir wahrlich nichts zu hoffen, Das Tor zum Glück ist nicht mehr offen. Kein Wunder mag ich mehr erbeten. Ich möcht' nur noch aus diesem Leben treten. Fremd klingt mir dieses Klagen, Wie kannst Du es nur wagen, Dich neben mich zu stellen, Dein Leid vor mir so anzuschwellen. Dein Schmerz, er ist ein kleiner, Er zwingt Dich nicht wie meiner, Der mir in meiner Qual, Nur lässt noch eine Wahl, Nämlich das Leben zu genießen, Wenn auch die Kräfte mir entfließen. Wie wagst Du es Dich aufzubauschen? Ach, gerne würd' ich mit Dir tauschen! Tauschen würd' ich ja mit Dir, Gäb's einen Weg, nicht läg's an mir, Dir diesen Wunsch feig auszuschlagen, Anstatt mich weiter abzuplagen. Doch reicht hierfür nicht reines Wollen, Der Freiheit muss Tribut ich zollen. Sie ist's, die dieses Urteil fällt, Dass ganz auf uns allein gestellt, Wir müssen tragen unser Schicksals Los, Nicht teilen können rückhaltlos, Was wir allein nicht tragen können. Mein Sein, ich tät's Dir gönnen. Du willst Dein Leben so wegwerfen, Dein Leid in dieser Art entschärfen, Die Freiheit listig so missbrauchen Und einfach feige untertauchen? Du willst nicht, kannst es nicht ertragen, Was soll denn ich nun dazu sagen, Dessen Leib vor Schmerzen krumm? Dein Leid erscheint mir einfach dumm. Wahre Pein hast Du noch nie erfahren, Was würd' ich mit Dir Schlittenfahren, Oder dem Arzt Dich übergeben, Könnt ich mich aus dem Bett erheben? Da Du todkrank hier vor mir liegst, Und Du Dich schier vor Schmerzen biegst, Kannst Du mich deshalb so belehren? Dagegen muss ich mich nun wehren. Hab ich doch alles schon versucht! Mit Kraft gesegnet, bin doch verflucht. Es gibt für mich kein Ausweg mehr. Des Lebens Glas, es ist nun leer. Du hast den Mut, dem Tode noch zu trotzen, Doch wagst Du es, damit auch noch zu protzen. Mir, der am Ende seines Weges steht, Und nur noch um Erlösung fleht. Wer am Ende ist hier von uns Beiden, Wie kannst Du so etwas entscheiden? Wenn einer heulen könnt' aus Verdruss, Bin ich es, denn bei mir ist Schluss. Du weißt gar nicht, was Elend mir bedeutet. Du schaust die Welt als Selbstporträt. Mir bleibt gar keine Zeit zum Jammern, Nur um ans Letzte noch zu klammern, Was mir noch bleibt als süß Geschenk, Bevor das Augenlid ich senk. Bedenk den Rat, den ich Dir jetzt noch gebe: Sei kein Narr! Nutz die Zeit und lebe! Gethsemane Vater, in dieser schicksalschweren Stund' Bete ich mir die Hände wund. Morgen ist der Tag gekommen Und die Furcht macht mich benommen. Einsam sitz ich hier und wein'. Niemand nimmt mir meine Pein. Vor dem Abgrund stehe ich hier, Ob ich spring, es liegt nur an mir. Ist es doch der einzige Weg. Geh ich ihn nicht, wär's Sakrileg. Ich will nicht! Nein. Und muss ich doch. Du hast mir zugetragen dieses Joch. Du tatst dies, ohne mich zu fragen, Ob ich bereit bin, diese Last zu tragen. Gar willig war ich, ja! Doch nun verzag ich Und fühl mich gar so jämmerlich. Es ist das allererste Mal, Dass ein Mensch so hat die Wahl, Auf sich zu nehmen der Menschheit Sünden, Um so Gottes Sein zu verkünden. O Vater, lass mich einst verstehen, Warum nur ich war ausersehen. Nur ich konnt' der Erlöser sein Und tragen diesen Heiligenschein? Zu bitter ist mir dieser Trank; Verzichten kann ich auf den Dank, Den mir die Menschheit einst wird geben. Wer erlöst mich? Kann's jemand geben, Der zu Liebe zu mir entflammt? Nein, zu sterben bin ich verdammt. Vater, ich kann nicht mehr, nur noch vertrauen. Dass Du mir hilfst in diesem Grauen. Drum will ich nicht mehr weiter zagen Und nur noch "Vater, hilf mir! sagen. Das Kreuz des Lebens. Hoffend, glaubend, liebend; den Tod zu überwinden Alpha Unser aller Ziel, es ist Das Kreuz. Wir ahnen die begrenzte Frist Des Lebens: Und wehren uns des Dranges Hoffend; Entledigen uns des Zwanges Glaubend, Etwas Neues zu erreichen; Liebend, Das Schicksal zu erweichen: Den Tod, Der trotz allem uns zu sich zieht, Zu überwinden. Selig ist, der dies Kreuze sieht. Omega Mein Gott, Du hast mich nicht verlassen! Mein Gott, Du hast mich nicht verlassen! Ich war es, der von Dir ging. Einsam lief ich durch die Gassen, Mir selbst nur noch ein Fremdling. Du bliebst bei mir, von mir vergessen, Der ich doch nur ein Träumer war. Ich dachte mir, oh wie vermessen, Ich käme auch alleine klar. Doch ohne Dich wurd' ich ein andrer; Die Augen mangelten das Licht. So blieb ich einsam, nur ein Wandrer; Die Liebe, so ersehnt, ich fand sie nicht. So litt ich stumm und wurde bitter, Am Ende gar vergass ich mich. Der Sturm, er ging! Nach dem Gewitter Horch ich der Stille und hör nur Dich. Todesstrafe Wir sind alle zum Tode Verurteilte, Die den Tag ihrer Hinrichtung nicht kennen. Was ist unsere Schuld, Dass wir die Höchststrafe verdient haben? Was haben wir getan? Die Frau zu begehren, die wir lieben; Uns im dunklen Winter auf den Frühling zu freuen; Stolz zu sein, Wenn uns die Lösung eines Problems gelungen ist; Erleichterung zu fühlen, wenn wir Nach langer Krankheit wieder gesund werden; Dankbar zu sein für einen an uns getätigten Gefallen; Herzlich über einen guten Witz zu lachen; Mit unserem Besitz und unseren Talenten zu prahlen; Freude zu erleben, wenn wir unseren Konkurrenten Mit Geschick überlistet haben; Zufriedenheit zu erleben nach einem arbeitsreichen Tag; Die Vorfreude auf die Ferien zu erfahren; Uns im Augenblick der Ekstase zu verlieren; Die Angst vor der Prüfung zu spüren; An der Existenz Gottes zu zweifeln; Sich erhaben fühlen und staunen Angesichts des mit Sternen übersäten Himmels; Nicht weiter zu wissen und an das Ende zu denken; Zu trauern über den Verlust unserer Geliebten? Sind das alles solche Schwerverbrechen, Dass wir die Todesstrafe verdient haben? Ist das nicht eine harte Strafe? Gibt es kein tadelloses Vorbild, Dem wir nachfolgen können? Ist der Tod vielleicht nicht die Bestrafung für Fehlgriffe, Sondern ist er vielleicht die Belohnung für gute Führung? Der LebensWeg Weit und breit ist kein Wegweiser zu sehen. So gehe ich weiter, kreuz und quer. Dann und wann taucht eine bekannte Kreuzung auf. Ich biege ab, komme aber wieder In unbekannte Gegenden. Ich bleibe nicht stehen, Denn Stillstand bedeutet Tod. Solange ich nicht im Kreis gehe, Komme ich voran, Wenn auch langsam. Das Leben geht immer weiter. | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||